Seite 5: Sexuelle Belästigung im SKK (nicht öffentlich) Text Harry W.

Zeitraum 1969 - 1974 ...

 

Werdegang eines Heimzöglings Ende der 60 Jahre. (geschrieben von Harry W.)

 

Am Morgen des 1.april 1969 wurde ich aus der Jugendverwahrstelle Burgholzstr in Dortmund von zwei Mitarbeitern des Jugendamtes abgeholt und nach Klausheide verfrachtet(abhauen leder nicht möglich VW Käfer nur 2Türen und ich hinten).Nach zirka 2std fahrt Ankunft Empfang Klausheide. Der Geruch von übertriebener Sauberkeit(ihr wisst sicher was ich meine)stieg mir in die Nase und wusste hier musst du weg. Weitergeleitet wurde ich an Br. Clemens sofort war mir klar das war eine Schwuchtel hoch 10. Vorsicht war geboten!! Kante diese Typen noch aus dem Josefshaus in Wettringen wo ich von 64-67 zur Schule ging. Scheiß Laden dies Juppshaus; Egal. Clemens brachte mich zur Kleiderkammer zwecks tausch der privaten Kleidung gegen Anstaltsgarderobe. Schon bei der Anprobe versuchte Br. (nein mein Bruder war er nicht)^Clemens mir an den Hintern zu grabschen um den Sitz zu prüfen wie er das nannte. Von der Kleiderkammer wurde ich zur Gruppe gebracht A bei Opa Thome naja. Da Essenszeit war wurde ich einen Tisch zugewiesen an dem noch ein Platz frei war Tisch 4 An dem auch der Gruppenälteste Göke sein Name saß. Einige Jungs kannte ich noch aus meiner Zeit aus Wettringen wie klein doch die Welt ist. Nach einigen Begrüßungen wofür Thome kein Verständnis hatte wurde gegessen. Auf Nachfrage ob es hier immer so ordentliches Essen gäbe wurde mir gesagt es ist ein besonderer Tag heute wäre Firmung und der Bischof aus Paderborn ist im Hause und hätte die Firmung durchgeführt. Fing ja schon mal gut an am Nachmittag ist auch arbeitsfrei!!Gut. Am Morgen danach Gruppenweise antreten und ab zur Arbeit. Mir wurde gesagt, daß ich mein Tagwerk in der Matratzenhalle zu vollbringen hätte. Dort in Empfang genommen wurde mir von einen älteren Zögling gezeigt, wie man Stahlfedern zu einer Schlafglück Matratze der Marke Schlaraffia verarbeitet gleich mit dem Hinweis das nach 1-2wochen Einarbeitung mindestens 6stk am Tag gedreht werden müssten. Habe ich nie geschafft!!! Im Laufe des Tages wurden mir dann die Haare nach Klausheider Modemaß geschnitten hinten und seitlich alles weg sah aus wie jemand von der HJ bei Adolf. Irgend wann merkte der Werkstattleiter, dass mir das Talent zum drehen fehlt und wurde zur Lampenbude nach2 Monaten verlegt. Das war die richtige Kz- Bude. Ein Fließband durch die ganze Halle und links und rechts vom Band Zöglinge mit Sprechverbot die 8std.am Tag ihrer monotonen Arbeit nach gingen. Oh Gott das ist nichts für dich war mein erster Gedanke masochistische Arbeitserzieher wie sie sich nannten in Wirklichkeit blöd wie Brot und ungelernt konnten sie ihren Frust an den wehrlosen Zöglingen austoben. Fragen - ob man zur Toilette gehen kam mit vermerk ins Buch. Und auch - wie oft am Tag wir zum Klo gingen. Das man da durchdreht dürfe wohl verständlich sei. Nach dem ich einmal von Toilette kam und der lange Erzieher kontrollierte ob ich geraucht habe und es stimmte natürlich bekam ich die Faust von diesem Herrn zu spüren worauf ich zurück schlug und sofort waren die anderen Erzieher zur Stelle und packten meine Arme und prügelten gemeinsam auf mich ein. In dem Moment kam mir Herman Esch zur Hilfe den ich noch aus Wettringen kannte und wir gute Kumpels waren. Der drosch auf die Erzieher ein so dass ich mich losreißen konnte. Ohne Herman hätten die mich tot geschlagen. Herman sei Dank - lebe ich noch. Und so kam was kommen musste. Angesagt waren 2wochen Bunker. Fortsetzung folgt!

 

Bild 1) Skk vom Tannenwäldchen aus fotografiert.

Bild 2) Bruder Ingbert bei dem wir Holzbasteln hatten

Bild 3) Unten Links der Pater Gabirel und Bruder Martin rechts

Bild 4) Die Kapelle noch vor dem Umbau man sieht es daran, dass die Fenster unten links noch dunkel sind. erst später wurde die Sakristei und der Umkleideraum umgebaut. Danach waren die Fenster hell.  Hinter den Fenstern befand sich die Sakristei mit den Ankliedeschränken - in der einige Kinder missbraucht wurden.

Bild 5) Der SKK im Jahre 1946

 

Aus dem tannenwäldchenwinkel Bruder Ingbert

 

Pater Gabriel links und Bruder Martin Nikolauskapelle noch vor dem Umbau

 

Bild3