Seite 8: Jonathan Overfeld. Der Mann der sein Gedächtnis verlor!

In Kürze erscheint hier von Jonathan eine Kurzbeschreibung zu seiner Geschichte im Salvatorkolleg. Jonathan befindet sich zurzeit im Erholungsurlaub.


 

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Jonathan Overfed schrieb am 14.02.2011

 

Ich habe mal wieder eine ganz verrückte Idee. Wir alle, die in Klausheide waren, sollten uns zusammentun um den Orden zu verklagen.


Je mehr wir sind, umso mehr werden wir auch gehört werden. Die Verbrechen von Pater Vincent und Co. sind nicht verjährt, denn es waren Menschenrechtsverletzungen. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass wir uns irgendwo an einem neutralen Ort für ein Wochenende treffen, um alles einmal zu besprechen. Ist ein Vorschlag, bin gespannt ob er angenommen wird.

LG
Jonathan

 


 

 

 

 

Über Jonathan Overfelds Erfahrungen im Salvatorkolleg ist ein Buch erscheinen welches hier in Teilen vorgestellt sei. Jonathan - der in der Zeit von 1963 - 1968 im Salvatorkolleg Klausheide interniert war wurde im Salvatorkolleg mehrfach sexuell mißbraucht und mißhandelt. Pädosexuelle Pater und Brüder taten ihm Leiden an - die zu beschrieben grausam und brutal sind. Sie wurden in dem Buch des Stern Reporters Kuno Kruse "Der Mann der sein Gedächtnis verlor" beschrieben.


 

Kurzbeschreibung

»Man muss auch mal vergessen können«, sagte der Priester.

Jonathan Overfeld kann rechnen, schreiben, liest die Wirtschaftsseiten der Zeitung. Am Klavier spielt er Mahlers 3. Sinfonie aus dem Kopf. Aber er betritt seine eigene Wohnung wie die eines Fremden und sagt: So kann man doch nicht leben. Er ist allein, weil er kein Gesicht mehr erkennt, nicht einmal das seiner Freundin. Menschen mit Fugue reisen wie Schlafwandler von einer Stadt in die andere und wissen nicht, warum, woher sie kommen und wohin sie wollen. Um so einer Wirklichkeit zu entfliehen, die zur Bedrohung wurde. Die Spur der Angst führt Jonathan Overfeld und Kuno Kruse über Zockerbuden des Berliner Rotlichts zurück zu einer geschändeten Jugend in christlicher Obhut.

 

 

Über den Autor

Kuno Kruse ist Redakteur beim »Stern«. Er studierte Romanistik und Germanistik an der Freien Universität Berlin und der Université de Nantes. Der Journalist gehörte zum Gründerkreis der Tageszeitung »taz«, war viele Jahre Redakteur der Wochenzeitung »Die Zeit«, arbeitete beim »Spiegel« und schrieb die Biographie des jüdischen Tänzers und Widerstandskämpfers Sylvin Rubinstein. Kuno Kruse wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Klagenfurter Joseph-Roth-Preis und dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.

 

 

Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der sein Gedächtnis verlor (Gebundene Ausgabe)

Wer wissen möchte, was Heimerziehung bedeutet, was Kinder erlebt haben und wie sich diese Erlebnisse auf das Gehirn eines Menschen auswirken, muss dieses Buch lesen. Was passiert mit Gehirnleistungen, hier mit dem Erinnern, unter Stresssituationen. Kuno Kruse setzt sich Jonathan Overfeld auseinander, dem Mann, der sein Gedächtnis verlor. Er begleitet ihn und schreibt seine Wieder-Erinnerungen an sein Leben auf. Dieses Buch ist faszinierend, traurig, ehrlich, wunderbar und man ist den Tränen nahe.

 

 

Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der sein Gedächtnis verlor (Gebundene Ausgabe)

Der Autor hat den erschütternden Lebensbericht des ehemaligen Heimkindes Jonathan Overfeld in diesem Buch eindringlich dokumentiert.
Befremdet beim Lesen hat mich allerdings, dass an mehreren Stellen - und zwar dann, wenn die geschilderten Gewalterlebnisse besonders brutal sind - die false-memory-Theorie ins Spiel gebracht wird. Diese besagt, dass das Erinnerungsvermögen der Menschen unzuverlässig sei. Jeder Mensch erfinde nach Belieben seine Vergangenheit stets neu.
Diese Theorie ist von der US-Amerikanerin Elizabeth Loftus in den Achtziger Jahren erfunden worden, als sich in den USA Anzeigen erwachsener Kinder gegen ihre Väter wegen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit häuften. Wegen der oft Jahrzehnte zurück liegenden Vorkommnisse gab es keine Beweise, aber auch keine Gegenbeweise. Da half in Gerichtsprozessen dann die false-memory-Theorie ....
Martha Schalleck hat sich in ihrem Buch "Rotkäppchens Schweigen" mit dieser Theorie ausführlich auseinander gesetzt und in allen Facetten samt und sonders ad absurdum geführt.
Inzwischen gilt unter Fachleuten die gefestigte Annahme, dass gerade einschneidende Erlebnisse vom Gedächtnis in allen Einzelheiten wie in Stein gemeißelt gespeichert werden.
Und was könnte wohl einschneidender für das Schicksal eines Menschen sein als eine Kindheit voller Grauen - wie sie Jonathan Overfeld erlebt hat?
Eine solch traumatische Kindheit hat es wahrlich verdient, ohne wenn und aber geglaubt zu werden!

 

 

Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der sein Gedächtnis verlor (Gebundene Ausgabe)

Als ich das Buch des Lebens- bzw. Leidenswegs des ehemaligen Heimkindes Jonathan Overfeld in Händen hielt, war ich zunächst auf die Erkenntnisse der Gehirnforschung fixiert. Dass sich hinter diesem Titel eine Kriminalgeschichte" verbirgt, wird dem Leser erst nach und nach bewusst. Man könnte zunächst an eine kriminelle Fiktion denken, wenn nicht ähnliche traurigen Wahrheiten in der letzen Zeit so offen und vielfältig ans Tageslicht getreten wäre.
Stellenweise musste ich den Lesevorgang unterbrechen, um die gerade gelesene Episode verdauen" zu können. Ich musste an verschiedene, im Rahmen meiner dienstlichen Ermittlungsarbeiten erlebte ähnliche Geschehnisse denken. Es ist eine der seltenen Gelegenheiten, in die Vita eines solchen Menschen Einblick zu bekommen, da in der Regel Angst, Scham und eigene Schuldgefühle die Aufarbeitung unmöglich machen.
Geschickt hat der Autor den Buchaufbau gestaltet, in dem er zunächst Episodenweise zwischen Jetztzeit und Vergangenheit pendelt. Somit hält er den Spannungsbogen durchgehend aufrecht. Die Kapitel sind übersichtlich gegliedert.
Neben den verbogenen Aspekten der bekannten sexualfeindlichen Erziehungspostulaten christlicher Institutionen treten hier die zu diesem Zeitpunkt üblichen gewalttätigen, erniedrigenden Methoden der Menschenerziehung zutage, die in erster Linie das "Böse" brechen wollten, um anschließend das Gute" hervorkehren zu können. Hier wird ein weiteres Kapitel eines Erziehungswesens beschrieben, das zu diesem Zeitpunkt üblich war. Es war geprägt von militaristischem Zucht- Drill- und Disziplinwesen, das in unkritischer Reflektion stur durchgesetzt wurde. Wie soll sich in einem solch geschundenen Körper ein gesundes Gehirn entwickeln?
Da es sich nicht nur um ein einzelne Heimepisode handelte, sondern eine ganze Kette solcher Einrichtungen betroffen ist, ist dieses Buch eine weitere Anklageschrift gegen die in den letzten Wochen und Monaten zutage getretenen himmelschreienden Körper- und Menschenrechtsverletzungen, die "im Namen des Herrn" begangen, verdrängt, verleugnet und so verdreht wurden, dass man fast meinen könnte, die Täter seien die Opfer. Ausgerechnet die Institution Kirche, die von ihren Anhängern Reue, Vergebung, Buße und Wiedergutmachung fordert, tut sich in ihren eigenen Reihen so schwer, reinen Tisch zu machen. Welche unkritische Distanz muss man zu sich selbst haben, sich mit einem Bundesverdienstkreuz (bezeichnender Weise ein Kreuz, das wohl mehr Leidenssymbolik verkörpert als Verdienst!) ehren zu lassen? Wie viel Feigheit muss ich haben, mich einer entsprechenden Konfrontation zu entziehen? Mit welcher Kompetenz predige ich Nächstenliebe?
Daneben sollte die Kinderzwangsarbeit, die offensichtlich automatisch integriert war und bei der Jonathan fleißig mithelfen durfte, nicht in Vergessenheit geraten - zumindest bei den Lesern. Bekanntlich macht Arbeit frei! Dass die Zwangsarbeit bei den entsprechenden Konzernchefs in Vergessenheit geraten ist (das Nichtauffinden entsprechender Akten spricht Bände) könnte man als typische Bewältigung deutscher Vergangenheit bezeichnen.
Möge das Buch zur Aufklärung dieser Geschichtsepoche mit ihren Erziehungsauffassungen beitragen. Der Offenheit des Opfers sei es gedankt. Gleichzeitig solle es ein Plädoyer für die Form der Kinderbegleitung sein, die ein gesundes, humanistisches Lebewesen in die Gesellschaft entlässt, wie sie das jetzige Leitbild des Salvator Kollegs vorgibt.

 

 

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26.03.2011

 

Jonathan Overfeld der als Mann ohne Gedächtnis bekannt wurde hat sich auf Wunsch der Erzdiozöse Paderborn gemeldet um seine Ansprüche zur Rehabilitierung und Ansprüche lt. rundem Tisch für ehemalige Heimkinder geltend zu machen. Dazu schickte ihm die Diozöse ein Dokument welches er ausfüllen sollte um die Gelder auszahlen zu können. Wie ihm befohlen so tat Jonatahn. Doch dann der Mega Hammer.

 

Das ausgefüllte Schreiben kam zurück mit dem Hinweis Paderborn sei nicht zuständig.Jonatahn aht den Bischöfen die Maska aus dem Gesicht gekratzt. So sieht die Wahrheit aus. Die Missbrauchten durch die Republik von Pontius nach Pilatus schicken. Hauptsache niemand braucht zahlen. Aber seht selber:

 

 

Jonathan B-Konferenz

 

 

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Für so etwas hat man kleine Töne mehr. Ich habe diesen Eklat dem NDR und WDR und Report SWF gemeldet und bin gespannt was sich daraus entwickelt. So wie Jonatahn ging es mittlerweile mehreren ehemaligen Heimkindern. In meiner Sache steht eine Nachricht noch aus. Wer von euch auch solche Schreiben bekommen hat möge mir bitte sofort bescheid geben.

 

lieben Gruß Peter